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Ingo Höring, Krankenpfleger für Notfallpflege bringt es auf den Punkt. Vielen Dank dafür
Laut schreien ersetzt kein Mitbestimmungsrecht!
Schaut man sich die aktuellen Diskussionen in den sozialen Medien an, könnte man meinen, die Pflegekammer sei der Untergang des Berufsstandes.
Da wird gegen Pflichtbeiträge gewettert und die nächste populistische „Mitgliederbefragung“ der Kammergegner durchs Dorf getrieben.
Aber jetzt mal ehrlich:
1 Die Befragungen: Methodischer Nonsens, bei dem das Ergebnis schon vorher feststeht, um Stimmung zu machen.
2 Der Beitrag: Ja, eine Kammer kostet ein paar Euro im Monat, dies für unsere eigene Unabhängigkeit. Wer Unabhängigkeit geschenkt erwartet, bekommt am Ende nur Fremdbestimmung gratis.
Wer profitiert aber eigentlich davon, wenn wir wegen ein paar Euro Beitrag lieber leise und spaltbar bleiben?
Arbeitgeberverbände? Die verhandeln weiter über unsere Köpfe hinweg.
Die Politik? Die freut sich, dass die Pflege lieber spart, als eine gemeinsame, gesetzliche Stimme zu haben.
Das Gesundheitssystem? Spart sich echte Reformen, während wir uns an Scheindebatten abarbeiten.
Ärzte zahlen Kammerbeiträge. Anwälte zahlen Kammerbeiträge. Sie bestimmen dafür ihre Standards selbst und sichern ihre berufliche Autonomie.
Warum lassen wir uns einreden, dass uns unsere eigene Stimme nichts wert sein darf?
Es ist Zeit, den Ton zu ändern: Weg von Pfennigfuchser-Mentalität und Scheinbefragungen, hin zur echten Selbstverwaltung.
Wie siehst du das: Lieber ein paar Euro für echte Mitbestimmung zahlen oder weiterhin kostenlos von anderen verwaltet werden?
Und umso mehr sich im Übrigen aktiv in der Pflegekammer engagieren, umso größer auch das eigene Mitbestimmungsrecht eines jeden von uns.
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Thomas Van Den Hooven • 1.
"If you want to build a ship, don’t drum up the men and women to gather wood, divide the work, and give orders. Instead, teach them to yearn for the vast and endless sea." Antoine de Saint-Exupéry
Liebe Christine,
Auch ich bin ob der Art und des Inhaltes tief erschüttert. Die Politik hat uns sehr klar zu verstehen gegeben, wie sie die Belange der Pflege einschätzt und was man mit ihr alles machen kann. Die Lobbygruppen haben sich durchgesetzt und die Pflege ist zum ausschlachten freigegeben. Jetzt wird man noch versuchen Zug um Zug die stärkeren Vertreter der Pflege zum verstummen zu bringen, damit es nicht so nervig wird.
Aber: Das ist eine Schlacht gewesen und Aufgeben ist keine Option! Die Demographie und die verunglückte Haltung zu den Umständen nachhaltiger Migration von Menschen die sich hier eine Zukunft aufbauen wollen, werden ihr übriges tun. Sie werden uns zuhören - da bin ich mir absolut sicher!
Dr. Lirije Nitaj-von Petersdorff • 2.
Ministeriums-Expertise für die Pflege | Behördensichere Fachkräftegewinnung 🏥 | Wir bauen Brücken, die halten. - vonPetersdorff Care
Liebe Frau Vogler, Sie sprechen etwas an, das über die Krankenhäuser hinausreicht: Deutschland wirbt international um Pflegefachkräfte und stellt zeitgleich infrage, was verbindlich gilt.
Angeworben wird mit der Aussicht, professionell pflegen zu können. Untergrenzen sind kein Hindernis, sondern das Mindeste, was diese Aussicht glaubwürdig macht.
Danke, dass Sie das so deutlich benennen
Emmerich Berg • 2.
Leiter der Innerbetrieblichen Fortbildung im Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich
Seit 1990 gab es 10 große und fundamentale Gesundheitsreformen, sowie zahlreiche weitere Anpassungsgesetze und umfassende Strukturreformen. Im Kern sollte es stets um die Senkung der stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen gehen. Meines Erachtens sind die Ergebnisse all dieser Reformen recht bescheiden. Die Kosten werden aus unterschiedlichen Gründen sich nach dieser Reform weiterhin steigen. Was wir dringend brauchen wäre ein Systemwechsel, statt Verschlimmbesserung. Ein Paradigmenwechsel im Versicherungswesen, aber auch mehr Befugnisse (Berufsrecht) für die Berufsgruppe der Pflege. Eine weitere Säule, die kaum in Erscheinung tritt, ist das große Feld der Gesundheitsprävention, die auch ein Opfer dieses Gesetzes wird. Es ist halt Wahnsinn, wie einst Albert Einstein feinsinnig definierte:“ Wahnsinn ist immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten!“
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Dass die Hashtag#Pflegeversicherung nach dem Teilkaskoprinzip funktioniert, ist nun wirklich nichts Neues. Die aktuelle Betonung dieses Prinzips durch Frau Warken hat für mich deshalb weniger mit Fachlichkeit zu tun als mit einem bestimmten Menschenbild. Mich irritiert, wie wir gerade politisch über Menschen sprechen. Unsere Bundesgesundheitsministerin gilt aktuell als die Einzige in der Bundesregierung, die Reformen auf den Weg bringt. Das politische Narrativ dazu lautet nun: Das aktuelle Sparpaket müsse gut sein, weil wirklich alle unzufrieden seien. Damit wehrt sie jede ernsthafte Debatte ab, was sie in die komfortable Situation bringt, sich nicht fachlich äußern zu müssen. Zu diesen Reformbemühungen gehört auch die soziale Pflegeversicherung. Wieder dominiert vor allem das Paradigma der notwendigen Einschnitte. Dazu die verstörende Aussage der Gesundheitsministerin im Deutschlandfunk, man müsse künftig „am Komfort sparen“ — verbunden mit dem Verweis auf das Hashtag#Teilkaskoprinzip.
Aber ehrlich: Wer Pflegebedürftigkeit und „Komfort“ in einem Satz nennt, hat nicht verstanden, was Pflegebedürftigkeit für Menschen und Familien bedeutet. Statt über gute Versorgung, strukturelle Reformen und den notwendigen Umbau unseres Gesundheitssystems zu sprechen, verhärtet sich der politische Grundton immer weiter:
- Leistungen begrenzen - Kosten begrenzen
- Zugänge begrenzen
- Sicherheit maximieren - Kontrolle erhöhen
Das dahinterliegende Menschenbild fokussiert sich zunehmend auf den „teuren“ Pflegebedürftigen, den „komplexen, gefährlichen“ psychisch kranken Menschen oder die „nicht refinanzierbare“ Versorgung. Aber Begrenzung allein schafft keine Zukunft. Vor lauter Sparlogik reden wir kaum noch über strukturelle Modernisierung, neue Finanzierungslogiken oder die Frage, wie ein solidarisches Gesundheitssystem im demographischen Wandel und wachsender Kriegsgefahr stabil bleiben kann. Dabei könnte professionelle Pflege längst Teil der Lösung sein:
Sie verhindert Komplikationen.
Sie reduziert Verweildauern.
Sie erhöht Patient*innensicherheit.
Sie stabilisiert Versorgung.
Und sie kann durch bessere Steuerung wirtschaftlich sinnvoll sein.
Aber wer moderiert eigentlich noch einen zukunftsorientierten gesellschaftlichen Prozess in diesem Land?
Ich sehe auf Bundesebene gerade niemanden.
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Sandra Postel •
Mit „weg“ meine ich: Weg aus unseren Aufgabenlisten, die Pflegende täglich im Rahmen des Weisungsrechts erhalten. Genau diese Unterscheidung entscheidet künftig darüber, ob unsere Profession überhaupt handlungsfähig bleibt.
Denn vieles, was in Einrichtungen nicht geleistet werden kann, damit Pflegefachpersonen Putz-, Service- oder delegierte ärztliche Aufgaben übernimmt, ist der Kern professioneller Pflege: fachgerechte Mundpflege, sichere Mobilisation, qualifizierte Begleitung in psychiatrischen Krisen Praxisanleitung oder ein korrektes Delir-Management. Das ist Pflege und sorgt für gute qualitative Versorgung.
Zudem sollten endlich klar werden, dass manche Arztdelegation längst pflegevorbehaltlich sein sollte. Etwa Leistungen aus dem Katalog der Häuslichen Krankenpflege oder bei Pflegehilfsmitteln sollten endlich als Leistung anerkannt werden, die ausschließlich von Pflegefachpersonen verantwortet werden (daher der Begriff Pflegevorbehalt“). Diese werden jetzt ohnehin schon von Pflege geleistet und das ist auch fachlich stimmig.
Pflegevorbehalt entsteht immer aus dem Pflegeprozess und kann nur von Pflegenden berufsrechtlich definiert werden. Genau dafür braucht es Kammern. Gesetzgeber und Kostenträger sind jetzt oft genug daran gescheitert, Pflege über starre Verrichtungskataloge sicht- und prüfbar zu machen. Das funktioniert bei einem Heilberuf nicht und erzeugt nur Bürokratie.
Refinanzierung muss endlich an professionellen Leistungen ausgerichtet werden. Auf dieser Basis können Gewerkschaften Tarifverträge verhandeln, die sich auf das tatsächliche pflegerische Leistungsspektrum beziehen.
Die entscheidende Frage lautet daher: Ist das Pflege – oder kann das weg?
Die Kammer stärkt euch den Rücken, wenn ihr zurecht „nein“ sagt:
Nein, das ist keine Pflege. Und nein, so komme ich nicht mehr zu meiner eigentlichen Berufsausübung.
Meldet euch. Wir klären das.
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Dichtes Gedränge am gemeinsamen Messestand des Fördervereins und unserer Pflegekammer NRW. Die mehr als 2000 Besucher der Messe waren sehr wissbegierig und ließen sich gerne zum Thema Selbstverwaltung im Pflegeberuf und über die Notwendigkeit einer Pflegekammer als berufliche Vertretung informieren. Vielen Teilnehmern wurde hier deutlich, welche Bedeutung eine Pflegekammer für die weitere berufliche Zukunft der Pflegeberufe im Zusammenspiel mit den anderen Akteuren im Gesundheitswesen hat.
Warteschlangen bildeten sich auch vor dem Stand des Fördervereins um an einem Ratespiel teilzunehmen. Es mussten über einen QR Code fünf Fragen zur Pflegekammer beantwortet werden. Bei richtigen Antworten konnte zwischen einem Kaffeebecher, einer Trinkflasche oder einer Lunchbox ausgewählt werden.
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Unser Auftrag – Nachwuchsförderung und Begeisterung für den Pflegeberuf
Der Förderverein ist nicht nur auf Kongressen und zusammen mit dem Landespflegerat NRW durch Stellungnahmen aktiv – wir sehen auch die Nachwuchsförderung als unseren Auftrag, und zwar direkt Vorort.
In NRW besuchen wir Schul- und Ausbildungseinrichtungen im Gesundheitswesen, und stellen dort mit praktischen Anwendungsbeispielen den Pflegeberuf, die Ausbildungsmöglichkeiten und seine Zukunftschancen vor, und wie wichtig die Selbstverwaltung in Form der Pflegekammer für die Professionalisierung der beruflichen Pflege ist.
Wer Interesse an einem Besuch durch den Förderverein hat, meldet sich gerne unter:
Du bist Mitglied und möchtest Dich an der Nachwuchsförderung beteiligen? Wir stellen Dir alle benötigten Materialien wie Kurzpräsentation, Equipment für praktische Übungen und weitere Infomaterialien als handliches Reisegepäck zur Verfügung. Wende Dich gerne an unseren Vorstand.
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Der Förderverein Pflegekammer in NRW war dort durch G. Haase- Kolkowski vertreten.
Sie konnte dort viele Eindrücke gewinnen, hat mit unfassbar vielen interessierten und auch kritischen Menschen gesprochen. Besonders junge Leute haben sich für die Möglichkeiten und Wege zur Umsetzung einer Pflegekammer informiert.
Toll, dass die jungen (zukünftigen) Kolleginnen und Kollegen politisch interessiert sind.
Sie haben sich über die Vorteile einer Pflegekammer informiert und stellten Fragen nach dem Prozess, wie diese auf den Weg gebracht werden kann. Was die Kammer in NRW und RLP bis jetzt erreicht haben und welche Vorteile Pflegefachpersonen daraus ziehen können?